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#6 RE: Italienische Eröffnung von Weltherrscher 07.07.2018 16:52

Ich habe mir das Evans-Gambit noch mal näher angesehen und kann auch dies dem Turnierspieler nicht empfehlen. Italienisch ist für den Turnierspieler absolut sinnlos. Wenn bei Weltmeisterschaften ein Weißer Italienisch auspackt, dann vermutlich, weil er sich denkt, ist sowieso egal, was ich spiele, mein Gegner kommt in der Eröffnung sowieso nicht in Nachteil. Sozusagen aus Gaudi.

Auch beim Evans-Gambit, das zwar besser als der Greco-Angriff ist, bekommt Weiß für den Fall, dass sich Schwarz auskennt, nicht gut aus der Eröffnung. Er kann es zwar noch Remis halten, aber das sollte nicht Sinn der Sache aus weißer Sicht sein. Wenn einer Italienisch spielt, dann empfehle ich die Version mit d3 und c3. Da hat Weiß vielleicht einen Hauch Eröffnungsvorteil, aber ist im Prinzip auch nichts.

Das Evans-Gambit kann man nur gegen schwächere Spieler einsetzen. Also unterhalb von ELO 2000 oder DWZ 2000. Alles ab 2000 würde ich nicht das Risiko eingehen, dass mein Gegner die Eröffnung gelernt hat und ich in ein schlechteres Endspiel komme. Aber um ehrlich zu sein, warum überhaupt das Risiko eingehen, dass mein Gegner die Eröffnung kann und ich schlechter dastehe? Insofern wenn die Zugfolge 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 auf das Brett kommt, dann ist Lb5! die beste Chance für Weiß.

Wenn jemand die Eröffnung des Evans-Gambit nicht gelernt hat oder weiß wie man dagegen spielen muss, kann es natürlich in den Händen von jemanden, der das gut beherrscht sehr schnell vorbei sein. Wenns aber wider erwarten so ist, dass mein Gegner weiß was er tut, obwohl er vielleicht eine relativ niedrige ELO-Zahl hat, dann komme ich immerhin noch in eine Stellung, die ich REmis halten kann. Anders als im Greco-Angriff. Obwohl ich sagen muss, dass man sich im Greco-Angriff wesentlich besser auskennen muss, wenn man diesen widerlegen will.

Diese Eröffnungen machen eigentlich nur Sinn, wenn man sie auf jemanden anwendet, der das nicht kennt und nicht weiß wie man spielen muss.

Während in der Spanischen Partie kann sich Schwarz relativ gut auskennen, Weiß wird trotzdem besser stehen. Allerdings ist es extrem lehrreich sich die ganzen Kombinationen im Evans-Gambit anzusehen, die theoretisch möglich sind. Insofern ist es vielleicht nicht vollkommen sinnlos sich damit näher zu beschäftigen.

#7 RE: Italienische Eröffnung von Weltherrscher 07.07.2018 21:56

Ich muss mich schon wieder korrigieren. Ich habe endlich eine Möglichkeit gefunden mit dem Evans-Gambit ein gutes Spiel zu generieren. Natürlich mit freundlicher Unterstützung des Computers. Es gibt nur eine einzige Variante, die geht. Und da sich meine Auffassungen sehr schnell ändern, sage ich dazu nichts mehr, aber es ist definitiv Fakt, dass die Italienische Partie allgemein nicht dazu geeignet ist um Eröffnungsvorteil für Weiß zu kämpfen. Und in der Stellung ist auch nicht viel los. Insofern habe ich prinzipiell nichts Falsches gesagt. Aber das Evans-Gambit ist sehr gut, das heißt, wenn es funktioniert. Und das tut es jetzt bei mir. Ich denke, ich werde das in mein Repertoire aufnehmen. Ha, ha. Dann habe ich schon mal etwas gegen e5 / Sc6 / Lc4 und Sf6. Jetzt muss ich nur noch was für Französisch, Caro-Kann und den ganzen restlichen Komplex finden. Und dann muss ich noch etwas mit Schwarz vorbereiten. Ich denke ich werde Sizilianisch und Französisch spielen. Sieht beides eigentlich extrem krass aus für Schwarz und gegen d4 spiele ich vermutlich Nimzowitsch-Indisch oder Damenindisch oder so etwas. In einem Jahr mach ich dann beim ELO-Turnier mit und komm im Fernsehen. Ältester GM aller Zeiten, hi, hi. Oder vielleicht doch WM? Ich haue Magnus Carlsen dann mit dem Evans-Gambit weg oder wer auch immer dann WM sein wird. Zum Glück liest das hier ja nie einer.

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